Achtung Borkenkäfergefahr

Die Borkenkäfersituation in unseren Wäldern ist aufgrund der anhaltenden Trockenheit kritisch. Auch aufgrund der Eisbruchschäden vom vergangenen Winter und vereinzelter Windwürfe bei den Sommergewittern sind insbesondere Bestandesränder geschädigt worden und stark gefährdet für Borkenkäferbefall.

Diese Ausgangssituation bedingt bei Nadelhölzern aktuell ein hohes Gefährdungspotenzial für eine Borkenkäfer-Massenvermehrung! In Regionen mit besonders wenig Niederschlägen sind die nesterweisen Befallsherde bereits deutlich erkennbar.

Daher ist größtes Augenmerk auf die umgehende Aufarbeitung der Schadhölzer sowie auf die unverzügliche Holzabfuhr zu legen, damit sämtliches Schadholz umgehend aus dem Wald abgeführt wird.

Die offensichtlich befallenen Stämme sind aufzuarbeiten und erforderlichenfalls eine Rändelung durchzuführen (d.h. unmittelbar angrenzende Stämme entfernen, die sehr wahrscheinlich auch bereits befallen sind).
Die forstgesetzlichen Regelungen hinsichtlich Meldepflicht von gefahrdrohenden Borkenkäfervermehrungen, Fällungsmeldung und Deckungsschutz (Windschutz für benachbarte Wälder) sind zu beachten, vor allem bei größeren Schlagflächen (größer als 0,5 ha zusammenhängend, unabhängig von Eigentumsgrenzen).

Für eine allfällige Beratung bei Unklarheiten über vorzunehmende Schadholzaufarbeitungsmaßnahmen kann das Fachgebiet Forstwesen der Bezirkshauptmannschaft Zwettl bzw. der Forstsekretär der Bezirksbauernkammer Zwettl kontaktiert werden.

Die Überwachung der Waldbestände auf Borkenkäferbefall erfordert intensive, laufend wiederkehrende Begehungen und Kontrollmaßnahmen. Eine zumindest wöchentliche Begehung aller betrieblichen Forstflächen wird dringend empfohlen!
Borkenkäferbefall kann festgestellt werden anhand von braunem Bohrmehl an Rindenschuppen und am Stammfuß, weiters wird bei Borkenkäferbefall häufig frischer Harzfluss sichtbar (besonders am Kronenansatz), grüne Nadeln am Boden deuten ebenfalls auf Borkenkäferbefall hin; die Kronen verfärben sich zunächst hin zum Fahlen (rasche Abnahme der grünen Farbintensität) und dann zu Rot- und Brauntönen.

Durch den derzeit vorwiegenden Befall der Borkenkäferart Pityogenes chalcographus (Kupferstecher) und aufgrund der Trockenheit sind kaum Anzeichen von Harzfluss und Bohrmehl zu finden, jedoch sind beginnende Verfärbungen der Kronenspitzen und grüne „Nadelteppiche“ am Boden eindeutige Hinweise auf aktuellen Borkenkäferbefall. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die besonders trockenheitsgestressten Bäume aktuell mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom Borkenkäfer befallen werden (und zwar bevor sie verdürren)!

2026-09-03
DI Dr. D i r n b e r g e r
Bezirksforstinspektion Zwettl